Heimritt

Zen-Forum Zürich - Archiv

FORUM FEUER

Chado (Teezeremonie) und Vortrag
Leitung Mulan Sun Buschor, Assistenz Nico Colic

Chan und Tee in einer Einheit
14. April 2026

"Frieden durch das Teilen einer Schale Tee"
Sōshitsu Sen, Grossmeister der Urasenke-Teeschule in Kyōto

Auf der kleinen Theaterbühne erschien an diesem Abend ein bezaubernder Teeraum, dessen Zubehör Mulan Sun Buschor aus ihrer Winterthurer Tee-Schule Kōshin-an (向心庵) nach Zürich mitgebracht hatte. Die Teemeisterin, Zen-Meditierende und Architektin liess uns in der japanischen Teezeremonie Zen im Alltag sinnlich und spirituell erleben.

Mulan wurde unterstützt von ihrem Tee-Kollegen Nico Colic, der selber auf diesem spirituellen Weg unterwegs ist. Gast und Gastgeberin liessen uns am harmonisch fliessenden zeremoniellen Zusammenwirken teilnehmen. So wurde "Chan (Zen) und Tee in einer Einheit" für die Zuschauenden mit allen Sinnen wahrnehmbar. Die Hingabe an die vorgegebenen Abläufe, Gesten und Rituale befreit von Selbstbezüglichkeit, sie führt zu einer Selbstvergessenheit, die auch den Kern des Zen ausmacht.

In vier Kreisen wurden wir anschliessend alle zu Gast und Gastgeber*in, indem wir einander Tee zubereiteten, zum Verkosten des feinen japanischen Gebäcks einluden, das Mulan kreiiert hat, und in den Genuss von Speise und Trank kamen. Der Zusammenhang zwischen Zen und Tee wurde von Mulan gegen Ende des Forums in einem Vortrag angedeutet, der unser Interesse für die Grundlagen des Zusammenlebens im Sinne des Chado (Teewegs) zu wecken vermochte.
 





Mulan Sun Buschor und Nico Colic während der Teezeremonie
 

 FORUM WASSER


 

Vortragsreihe mit Workshops
Leitung Alexander Poraj

Zen abseits des Zendo

"Es hat weder Form noch Gestalt, weder Wurzeln noch Stamm, noch ist ihm ein fester Platz eigen. Es ist frei wie ein springender Fisch im Wasser und handelt den jeweiligen Umständen entsprechend"
Linji

Die Vortragsreihe beleuchtete die Frage nach Zen im alltäglichen Leben. Hat es einen Nutzen, formt es mein Handeln, befreit es von Ängsten oder steht es ausserhalb aller «Apps»? Wir hörten, was das ursprüngliche Zen dazu sagt, sannen darüber nach und tauschten uns in der Gruppe und im Plenum aus.

Aus der Sicht des Zen:
1  (Un)mögliche Paarbeziehung
        16. Sept. 2025
        Zusammenfassung Vortrag

Geld und Spiritualität
2  Teil I: Haben oder sein im Westen
        1. Okt. 2025
        Zusammenfassung Vortrag

3  Teil II: Zen und Geld
        09. Dez. 2025
        Zusammenfassung Vortrag

4  Der Tod. Wer stirbt, kommt in den Himmel, wird wiedergeboren?
        10. Feb. 2026
        Zusammenfassung Vortrag

 

FORUM FEUER


 

Sommerfest
Lyrik, Musik, feiern und teilen

Mario Strebel Akkordeon, Kathrin Stotz und Alexander Poraj Lesung

Grundlos
08. Juli 2025

"Grundlos fühlt sich der Seegrund
und uferlos das Ufer."
Wisława Szymborska

"An einem stillen Abend in meiner Grashütte
spiele ich allein auf meiner Harfe ohne Saiten."
Zenmeister Ryokan

Programm
Texte der Lyrik-Lesung










 

FORUM LUFT


 

Experimentelles Mondō
Leitung Dieter Wartenweiler

Wahres Zen?
24. Juni 2025

"Bodhi hat keinen Baum, der klare Spiegel keinen Ständer. Im Ursprung gibt es nichts. Wo kann sich Staub ansammeln?"
Hui Neng

Für den Verstand ist Zen eine existentielle Herausforderung. Im Plenum, zu zweit und in Gruppen begegneten wir anhand verschiedener Anregungen den grossen Themen des Zen und des Lebens allgemein.

Im FORUM LUFT brachte Dieter Wartenweiler zahlreiche Impulse auf der Grundlage von Huinengs Plattform-Sutra und verschiedenen Koan ein. Seine radikalen Gedanken zum Kern des Zen drehten sich um das hartnäckig angenommene Ich als etwas vermeintlich Festes und beleuchtete die Illusionen, die sich darum ranken. Danach bildeten die Teilnehmenden kleine Gruppen und besprachen Zen- und Lebensthemen sowie prägnante Sätze von Huineng und aus dem Diamant-Sutra. Dieter gab im anschliessenden Plenum Antwort oder fügte Klärungen an. Das lebhafte Gespräch liess spüren, dass im Zen Forum eine neue Kultur der Reflexion und des Austauschs gewachsen ist in der Sangha, die mit viel Vertrauen und ganz im lebendigen Zen-Geist unterwegs ist.
 

FORUM FEUER


 

Kunstbetrachtung mit Vortrag und Gespräch
Leitung Kathrin Stotz

Schauen ohne Zugriff
01. April 2025

"Bevor ihr einen Bambus malt, muss er erst in eurem Innersten spriessen."
Su Dongpo

Simultan wahrnehmen, Leerstellen in (Zen)-Kunstwerken erkunden. Wir vertiefen uns in das Naturverständnis, die Haltung und (A)-Perspektivität der altchinesischen Zen-Maler.
Zusammenfassung Vortrag

 

FORUM WASSER


 

Vortragsreihe mit Workshops
Leitung Alexander Poraj

Die (Un)möglichkeit, uns zu verstehen

"O wer sich einmal auf den Kopf sehen könnte! Das ist eins von meinen Idealen."
Georg Büchner, Leonce und Lena

Die zusammenhängende Vortragsreihe beleuchtete die Kern-Frage des Zen und damit auch den gefühlten Zwiespalt menschlichen Daseins. Wir erforschten hörend, fragend und diskutierend das existentielle Anliegen, das Buddha aus dem Haus und uns auf die Suche trieb.

Aus der Sicht des Zen:
1  Das Wirklichkeitsverständnis
        03. Sept. 2024
        Zusammenfassung Vortrag

2  Die Grundlagen des Ich-Verständnisses
        22. Okt. 2024
        Zusammenfassung Vortrag

3  Die praktischen Konsequenzen
        28. Jan. 2025
        Zusammenfassung Vortrag

4  Alltag und Ethik
        25. Feb. 2025
        Zusammenfassung Vortrag

 

FORUM ERDE


 

Impuls und Sangha-Gespräch in Kleingruppen
Leitung Jürg Heldstab

Aus dem Zazen ins Zuhören und Reden kommen
27. Aug. 2024

Wir erkundeten ein zentrales Element unserer inneren Erfahrung.
Bericht im ZenPuls
 

Wie zeigt sich der Weg?
26. Aug. 2025

"Übt ihr im Innern den WEG, so wird sich die Tugend des WEGES ganz von selbst auch nach aussen hin zeigen."
Dogen Zenji


Jürg Heldstab fragte anhand des Text-Kontextes sowie Erläuterungen und Fragen zum Thema Tugenden und ethische Leitlinien: "Ist das so, wie Dogen es ausdrückt? Wie äussern sich unsere meditativen Zen-Erfahrungen in alltäglichen Beziehungen und Handlungen?" In kleinen Workshop-Gruppen tauschte sich die Sangha aus und notierte Stichworte, die anschliessend ins Plenum getragen wurden. Es zeigten sich viele Transformationen im eigenen Selbstverständnis, im Kontakt mit anderen Menschen sowie bei der Arbeit, ohne dass eine festgelegte Tugend-Ethik von den Zen-Meditierenden Besitz ergriffen hätte.